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Das andere Amerika – Kuba und die neuen Staatenbündnisse

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Autor: Gerhard Mertschenk, Alexander-von-Humboldt-Gesellschaft e.V., Berlin (Veröffentlich mit freundlicher Genehmigung des Autors in Vorbereitung auf seinen Vortrag in Dresden)

Im Januar 1962 wurde Kuba auf Betreiben der USA aus der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) ausgeschlossen. Damit wurde Kuba von seinem natürlichen Umfeld isoliert. Nur wenige Staaten – darunter Mexiko und Kanada – erhielten Beziehungen zum sozialistischen kubanischen Staat aufrecht. Abgemildert wurde die Isolierung durch die Beziehungen mit den Ländern des sozialistischen Lagers, die aber geographisch weit entfernt waren.

Die Lage der Inselrepublik verschlimmerte sich dramatisch mit dem Verschwinden des sozialistischen Lagers. Ganz auf sich allein gestellt, machte das Land eine äußerst schmerzhafte Zeit durch, die so genannte Spezialperiode. Aus dieser Notlage heraus wurden Maßnahmen ergriffen, die nicht immer mit den proklamierten Zielen der sozialistischen Revolution im Einklang standen, aber fürs Überleben notwendig waren und sich bis heute auswirken.

Eine grundsätzlich andere Lage trat ab Ende der neunziger Jahre mit dem Wahlsieg Hugo Chávez‘ in Venezuela und den politischen Veränderungen in Bolivien und Ecuador ein. Es kam zu einer verstärkten politischen, ideologischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Kuba und Venezuela, besonders im Rahmen der in Venezuela eingeleiteten Sozialprogramme wie Alphabetisierung und medizinische Grundversorgung. Einen Qualitätssprung in den Beziehungen stellte dann die Schaffung der Bolivarischen Alternative für die Völker unseres Amerika (ALBA) im Dezember 2004 dar. Dieses zunächst bilaterale Bündnis weitete sich im Verlaufe der folgenden Jahre zur Bolivarischen Allianz aus, dem zur Zeit 8 Länder angehören. ALBA bildet den Kern der lateinamerikanischen Integrationsbestrebungen, die in der Union Südamerikanischer Nationen (UNASUR) und in der Gemeinschaft der Staaten Lateinamerikas und der Karibik (CELAC) ihren Ausdruck finden.

Als die Hauptversammlung der OAS auf ihrer Tagung im Juni 2009 in Honduras aufgrund der neuen Kräfteverhältnisse innerhalb dieser Organisation den Beschluß von 1962 über den Ausschluß Kubas aufhob und den Weg zur Rückkehr in die OAS freimachte, hatte es Kuba gar nicht mehr nötig, seinen Platz dort einzunehmen. Die von den USA angestrebte Isolierung Kubas von seinem Umfeld war glorreich gescheitert, und Kuba nimmt seinen ihm gebührenden und geachteten Platz in der lateinamerikanischen Völkerfamilie in den aus dem Bolivarischen Prozeß hervorgebrachten Organisationen ein, bis hin zur gegenwärtigen CELAC-Präsidentschaft.

Dieser Weg in all seinen Facetten – wirtschaftlich und politisch – soll in dem Vortrag beleuchtet werden.

Dieser Beitrag wurde am Mittwoch, 24. Juli 2013 um 15:56 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Lateinamerika abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen.

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